Der Moment, in dem ein Baby zum ersten Atemzug ansetzt, hat den Zauber eines Anfangs inne. Mutig nimmt es die Luft aus seiner Umgebung in die noch zarten Lungenflügel auf. Und genauso schnell strömt die Luft auch wieder heraus. Jeden Tag, jedes Mal, wenn ein Baby geboren wird, ist es ein Anfang. Der Anfang einer Reise, der Anfang eines Abenteuers, der Anfang seines Lebens.
Hätte ich die Möglichkeit gehabt, wäre ich vor meiner eigenen Geburt wahrscheinlich wahnsinnig aufgeregt gewesen. All die Fragen, die ich mir hätte stellen können, ohne eine Antwort zu bekommen. Wie hell ist Licht? Wie fühlt sich Kälte an? Wo werde ich geboren? Mir wären noch viele weitere eingefallen. Zum Glück hat sich die Natur so eingerichtet, dass sich unser Gehirn und damit das Denken erst später weiterentwickeln wird. Ich bin somit schlicht und einfach auf die Welt gekommen, ganz ohne mentale Vorbereitung. Okay – meine Mutter würde diesen Moment sicherlich anders beschreiben. Aber wie aufregend ist ein Anfang, eine Geburt. Alles ist neu, es gibt so viel zu entdecken, viele Fragen, viele Erfahrungen, die gemacht werden möchten. Heute ist für mich wieder so ein Anfang, ich fange an zu schreiben.
Für einen Anfang braucht es Mut. Mut, sich langsam über seine eigene Komfortzone hinauszuwagen. Erst sind es vielleicht Gedanken, eine Idee, die uns antreibt. Die Gedanken kehren immer wieder, werden wie Freunde. Sie fühlen sich gut an, machen Lust auf mehr. Also gesellen sich tiefere Gedanken dazu. Was wäre wenn? Kann ich etwa …? Würde das jemanden interessieren?
Und dann passiert’s, ein Gespräch unter Freunden, die Idee gleitet über die Lippen und ist raus – raus ins Leben. Gespannt wird die Reaktion des Gegenübers abgewartet: Hat die Idee Potenzial? Durch weitere Gespräche wächst sie heran und wird zur Vision. Und dann kommt dieser eine Tag, an dem alles konkret wird durch die Umsetzung. In meinem Fall war es die Erstellung dieses Blogs. Jetzt gibt es etwas, dass die Idee verkörpert. Der erste große Schritt ist gemeistert! Für einen Anfang braucht es Mut.
Um den Druck zu nehmen: Nein, es braucht nicht immer einen Plan von A bis Z. Sicher ist es hilfreich, sich einen Überblick, über mögliche Optionen für den nächsten Schritt zu verschaffen und Wünsche und Ziele schriftlich festzuhalten. Jedoch lassen es große Projekte nicht wirklich zu, am Anfang bereits „das Ende“ zu sehen. Und ja, es ist ungewohnt, die Kontrolle dadurch ein Stück weit abzugeben und mit vollem Herzen loszugehen. Aber nur so kannst du deinen Fokus schärfen und die Energie für die wichtigen, anliegenden Punkte verwenden. Für den Anfang braucht es deine Begeisterung, deinen Spirit und dein Warum. Vertraue darauf, dass du nichts verpassen und vergessen wirst, wenn du immer wieder vom Details aufs Ganze schaust. Und bist du mal unsicher, hol dir einen Rat. Der Austausch mit anderen bringt dich voran und manchmal tauchen Möglichkeiten erst auf, wenn du bereit bist, danach zu fragen.
Nicht im Kopf, sondern im Herzen liegt der Anfang.
Maxim Gorki
Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung, denn dieser Blogbeitrag ist mein erster. Mein mutiger Anfang, mein Sprung ins kalte Wasser. Ob er dir gefallen wird, bleibt eine Überraschung. Dass er jemandem gefallen wird, keine Frage. Ich habe mich mit meinem Herzen dafür entschieden, meine Worte rauszubringen und mir nicht meinen Kopf über den „perfekten & fehlerfreien“ Text zu zerbrechen. Als Perfektionistin keine leichte Sache.
Egal, welche Idee dir gerade im Kopf rum schwebt, wenn sie für uns einen Mehrwert hat und dich begeistert, möchte ich dich ermutigen, einen Anfang in Betracht zu ziehen. Und sei er noch so klitzeklein, ich bin mir sicher, das wird fein!
Ein Anfang braucht Mut.